Der wahre Boss – unser Unterbewusstsein… und wie es Innovationseffizienz beeinflusst

Die Neurowissenschaften wissen: Um Energie zu sparen, schaltet unser Gehirn lieber auf „Autopilot“ Es lässt unser Unterbewusstsein den Großteil unseren bis zu 100.000 täglichen Entscheidungen treffen. Das heißt, ob Marmeladensorte oder die Entscheidung sich an Innovationsprozesse motiviert zu beteiligen – unser Unterbewusstsein mischt mit und wir sind oft die letzten, die erfahren, was unser Gehirn vorhat. Wenn es also darum geht, Innovationsprozesse mit zu gestalten, Invention zur Innovation zu führen, ist es also ratsam, sich mit dem „wahren Boss“ dem Unterbewusstsein zu arrangieren und ihn „anzusprechen“. Denn hier entscheidet sich, ob die Prozessteilnehmer engagiert mitdenken, entwickeln und umsetzen.

Der Bauch entscheidet der Kopf rechtfertigt

Jede Sekunde schicken unsere Sinne Millionen von Einzeleindrücken an das Gehirn. Müssten wir diese Informationen bewusst auswerten, wären wir schlichtweg überfordert. Nach 40 Bit/Sekunde Sinneseindrücken, die unser Gehirn erreichen, wird der stete Input daher auf einen anderen Speicher umgeleitet: ins Unterbewusstsein. In Zahlen: Das Bewusstsein verarbeite 40 Bit/Sek., das Unterbewusstsein 11 Mio. Bit /Sek.

Oder anders: 0,1 Prozent dessen, was das Gehirn gerade tut, wird uns bewusst. Den Rest verarbeitet das Gehirn unbewusst. Im Unterbewusstsein lagert das Wissen, die Erfahrung, der Eindruck - so lange, bis wir es brauchen – oder unser Gehirn „denkt“, dass wir es brauchen. Ein kleiner Fetzen gelangt ins Bewusstsein, und wir haben eine Intuition. Dann entscheiden oder „wissen“ wir plötzlich etwas, das wir nicht erklären können, – es ist „einfach da“. Denn unser Körper schaltet – aus Energiespargründen - lieber auf Autopilot: Bewusste Entscheidungen kosten dem Körper 4x soviel Energie wie Entscheidungen, die vom Unterbewusstsein “gesteuert" werden. Für Entscheidungen, die Routinen übersteigen, muss der Organismus nämlich neue Netzwerke anlegen, Botenstoffe und Signalkaskaden in Sekundenschnelle hochfahren und andere Körperfunktionen drosseln.

Daher trifft unser Unterbewusstsein den absolut überwiegenden Teil unserer täglich bis zu 100.000 Entscheidungen. Egal, ob es um die Auswahl einer Marmeladensorte geht, eines Möbelstücks oder eines Partners, stets mischen unbewusste Prozesse mit. Wir sind die Letzten, die erfahren, was unser Gehirn vorhat und wie es uns beeinflusst. Es gilt: Der Bauch entscheidet, der Kopf rechtfertigt.

Innovativ denken, Inventionen umsetzen, Veränderung ermöglichen: Das Unterbewusstsein wird zum Helfeshelfer

Um Menschen wirklich zu aktivieren zu handeln, konstant zu handeln und wiederholt zu handeln, braucht es kluge (verantwortungsbewusste) Möglichkeiten und neue Werkzeuge, unterbewusste Faktoren anzusprechen und positiv zu “motivieren”.

Möglich wird dies durch Elemente des psychoedukativen Selbstmanagements. Ein wichtiges Ziel eines solchen Trainings ist es, das Unbewusste in das Selbstmanagement einzubeziehen. Es ermöglicht, unbewusste Bedürfnisse bewusst zu machen, um mögliche Motivkonflikte zu klären. Dabei wird auch eine unbewusste Haltung und der Mindset bezüglich des Gesamtprozesses transparent und bewusst. Denn klar ist, wer nur mit halben Herzen mitdenkt wird nie sein komplettes Gold im Kopf schürfen können oder den Prozess bis zur Umsetzung konsequent begleiten. Außerdem möglich: zielrealisierendes Handeln, also innovatives Denken, das Umsetzen von Inventionen zur Innovation als Automatismus einzuüben, also als Routine zu etablieren.

Siehe auch: Stüvel, Heike: Die heimliche Macht des Unbewussten. Welt online, 20.03.2009. https://www.welt.de/wissenschaft/article3411612/Die-heimliche-Macht-des-Unbewussten.html)